Ratsmitglied Martina Maury erklärt 8c am Gymnasium St. Michael den Stadtrat

Passend zur Kommunalwahl am vergangenen Wochenende besuchte am heutigen Donnerstag, den 17. September 2020, Ratsmitglied Martina Maury die 8c des St. Michael-Gymnasiums, um den Schülerinnen und Schülern aus erster Hand die Arbeit des hiesigen Stadtrates zu erklären. Steht doch das Thema Kommunalpolitik aus aktuellem Anlass gerade auf der Agenda ihrer Politiklehrerin Sabine Mendel, welche die Ratsfrau eingeladen hatte.

Zunächst stellte Frau Maury den interessierten Schülerinnen und Schülern die Zusammensetzung und Arbeit des Stadtrates und seiner 44 Mitglieder sowie die für Jugendliche besonders relevanten Ausschüsse wie Jugendhilfe- oder Sport- und Kulturausschuss vor. Da hier an Beispielen sehr schnell deutlich wurde, dass aufgrund der begrenzten lokalen Einnahmen stets eine rege Diskussion um die Verteilung der Ausgaben entsteht, bot Frau Maury den Schülerinnen und Schülern an, eine solche Ratssitzung einmal zu simulieren. Begeistert teilte sich die Klasse in die im Rat vertretenen Fraktionen auf. Diese suchten sich ein politisches Interessenprofil und warben mit Argumenten für Budgetausgaben wie Schwimmbadrenouvierung, Jugendzentrumsausbau oder den Bau einer Skihalle auf der brachliegenden Halde. Schnell wurde den Nachwuchspolitikern klar, dass hier nur mit Koalitionsverhandlungen eine Mehrheit gefunden werden konnte. Die Fraktionen setzten sich also noch einmal zusammen und erarbeiteten eine Kompromisslösung, welche sich dann in Form von einer Budgetteilung durchsetzte.

Anschließend stellte Frau Maury sich noch den vielen Fragen der Klasse, welche vor allem auf ihre Motivation und ihre politischen Ideale zielten. So ist Frau Maury seit nun mehr elf Jahren in der Lokalpolitik aktiv, hat bei der Kommunalwahl am vergangenen Wochenende ihren Sitz für die BMA im Stadtrat bestätigen können. Ihre Motivation zum ehrenamtlichen Engagement begründete die hauptberufliche Architektin mit der damaligen Unzufriedenheit mit der städtischen Bauplanung. Da sie viel Wert auf eine nicht von bundesweiten Parteiprogrammen vorgegebene Lokalpolitik lege, sei sie der speziell auf Ahlen ausgerichteten BMA beigetreten. Als ihre politischen Vorbilder benannte sie Altkanzler Helmut Schmidt, dessen Sachlichkeit und Kirsenmanagement sie bewundere, sowie Heiner Geißler und Norbert Blüm aufgrund deren sozialen Engagements. Ihr politisches Interesse liege lokalpolitisch v.a. in der Ausschussarbeit, da dort die eigentlichen Diskussionen stattfänden und man dort die Möglichkeit habe, die Lebenswirklichkeit in der Heimatstadt aktiv mitzugestalten. Hierbei regte Frau Maury die Heranwachsenden an, auch einmal eine der öffentlichen Ratssitzungen zu besuchen. Sie zeigte ihnen auch die Möglichkeit auf, sich auch schon in ihrem Alter über die Jugendorganisationen der Parteien in die Lokalpolitik einbringen zu können, sie dafür also kein Ratsmandat bräuchten. Ab der Volljährigkeit könnten sie sich dann zudem als sog. Sachkundige Bürger in den Ausschüssen mitwirken, wenn sie möchten. Lokalpolitik, so ihr Fazit, sei also nichts Abgehobenes, sondern im Gegenteil sehr bürgernah und breit aufgestellt.